Nach meinem Urlaub in Kambodscha und dem Besuch der Chibodia Projekte melde ich mich mit einem Thema zurück, dem man auch in Kambodscha mit den zahlreichen NGO´s hier und da begegnet ist. Sistrix hat in seinem Blog ein paar der teuersten AdWords Keywords recherchiert und ist neben erwarteten Wortkombinationen auch auf den durchschnittlichen CPC (Cost-per-Click) von “Kinderpatenschaften” gestoßen….. 7,77 €
Dass man für “private Krankenversicherung günstig” ca. 11,01€ pro Klick bezahlt ist klar, denn da steckt viel Geld dahinter. Anscheinend haben aber die großen Hilfsorganisationen ein ähnliches Kapital für Online Marketing zur Verfügung. Natürlich muss man vorneweg dazu sagen, dass auch weitaus günstigere Klickpreise für Kinderpatenschaften möglich sind. Diese 7,77 sind eine Schätzung von Google anhand der bisher gezahlten durchschnittlichen Preise. Mit diversen Mitteln kann man auch für weitaus weniger auf Position 1 kommen. In den Kommentaren des Blogs von Sistrix erwähnte jemand, dass er selbst Keywords aus diesen Top 10 bewirbt und mit Klickpreisen, die bis zu 5 EUR unter den angegebenen Werten liegen, seine Ziele erreicht.
Gehen wir also mal von 2 EUR aus, die eine fiktive Organisation “IchHelfe” durchschnittlich pro Klick zahlt. Das heißt aber noch lange nicht, dass jeder Klick zu einem Abschluss führt. Die Konversionsraten im Bereich der Patenschaften dürften nach dem UNICEF Skandal ganz schön in den Keller gegangen sein. Aber wir gehen mal von einer Konversionsrate von 3% aus. Bei 100 Klicks macht das dann 3 neue Mitglieder. Für diese 3 Mitglieder hat “IchHelfe” 200 EUR bezahlt. Der Preis für Patenschaften liegt bei ca. 25 EUR pro Monat. Damit würde das Geld dieser 3 neuen Mitglieder erst nach 2,6 Monaten bei “IchHelfe” ankommen.
Wer einmal nach “Kinderpatenschaften” sucht wird bei Google fast von Anzeigen erschlagen. Der Markt ist also hart umkämpft. Um auf die besten Anzeigenplätze zu kommen bezahlt man entweder verdammt viel pro Klick oder investiert Zeit und Know How in die Optimierung der Anzeigen. Vielleicht hat ja “IchHelfe” einen SEM-Profi, der Ihnen ehrenamtlich hilft. Ich glaube aber aber nicht. Also muss entweder irgendjemand für die Verwaltung und Optimierung der Anzeigen bezahlt werden oder man kommt eben nicht mit den 2 EUR pro Klick aus, sondern nähert sich den 7,77 EUR, weil man keine Ahnung hat. Mit dem Fehlen eines SEM-Profis sinken wahrscheinlich auch die Konversionsraten, da viele un relevante Klicks erzeugt werden. Es wird schnell klar, dass es sicherlich viel länger als 2,6 Monate dauert, bis das Geld dieser 3 neuen Mitglieder bei den Kindern ankommt.
Ich habe selbst mal den TrafficEstimator von Google bemüht, um ein paar weitere Keywords und deren Klickpreise zu schätzen.
Die Zahlen von Sistrix liegen also leicht außerhalb dieser Tabelle. Wieviel die Organisationen wirklich zahlen wissen sie nur selbst. Fakt ist aber, dass es ein Bereich ist, wo Klicks sehr, sehr teuer sind. Jeder, der ein mittelständisches Unternehmen außerhalb der Top Bereiche führt, zahlt deutlich unter einem Euro pro Klick. Da mutet es doch recht seltsam an, dass eine große Organisation in einer AdWords Anzeige mit dem Text wirbt “Mit nur 0,83 € pro Tag viel bewegen – Werden Sie jetzt Pate!”. Klickt der Besucher auf genau diese Anzeige, zahlt genau diese Organisation erst mal mehr als 0,85 € an Google.
Die Organisationen versuchen sich gegenseitig mit den Preisen für Patenschaften zu unterbieten. Ein regelrechter Preiskampf, der die hohen Klickpreise noch seltsamer anmuten lässt. In diesem Screenshot sind die Anzeigen 1 und 3 sogar von ein und der selben Organisation. Es kann also sein, dass ein Besucher während seiner Recherche auf unterschiedliche Anzeigen der gleichen Organisation klickt.
Mir ist klar, dass große Organisationen für große Projekte und Lobbyarbeit benötigt werden. Und auch hier gilt: Von nichts kommt nichts. Am Ende bleiben die Paten lange genug, dass auch Geld bei den Kindern ankommt. Ohne Marketing wären diese Organisationen nicht so groß geworden.
Aber ich denke es geht besser. Gerade für Hilfsorganisationen gibt es gute Möglichkeiten der kostengünstigen oder kostenlosen Werbung. Die Presse berichtet gerne über Hilfsprojekte, die erfolgreich sind. Firmen werben mit Ihren Spenden und damit auch für die Spendenempfänger. Es gibt ein großes virales Potential, wenn man es schafft, sich als Hilfsorganisation von der Masse abzuheben. Denn Frust und Misstrauen gegenüber der Masse an Hilfsorganisationen ist groß. Zusätzlich bietet Google gemeinnützigen Organisationen kostenlose Anzeigenplätze an. Man kann sich bewerben und erhält mindestens 6 Monate lang die Möglichkeit kostenlos auf Google zu werben.
Vielleicht lesen das hier ein paar Werbemenschen, denn ich denke jede Werbeagentur sollte eine Organisation ehrenamtlich unterstützen, damit mehr Geld bei den Kindern ankommt. Wir von mark-up betreuen Chibodia e.V. Freunde für Kinder in Kambodscha. Die SEOs da draußen sind ebenfalls angesprochen, sich einer Organisation anzunehmen und diese langfristig zu betreuen. Und damit meine ich keine Social Bombing Aktionen. Sorgen wir dafür, dass die Leute, die gerne Spenden wollen, kostenlos zu den richtigen Spendenempfängern gelangen.
Tags: Google AdWords, Marketing, Social Marketing






















solch eine Anzeige könnte aber auch kostenlos gewesen sein:
http://www.google.de/grants/